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Inhalt

Die Protagonistin des Romans, Dagny Taggart, ist dementsprechend die Erbin einer großen Eisenbahnlinie.Rands Wer ist John Galt ist ein suggestiv angelegter Roman, der in der industriellen Pionierzeit der USA, vor der Kulisse von Eisenbahnlinien und Bohrtürmen, Hochöfen und Kupferminen spielt. Sie verkörpert den amerikanischen Pioniergeist, den auf sich selbst und der eigenen Tatkraft fußenden Individualismus:.

»Sie saß mit zurückgeworfenem Kopf am Zugfenster. [...]. Ihr Gesicht war streng. Ihren sinnlichen Mund mit seinen scharfen Konturen hielt sie fest geschlossen. Ihre Hände steckten in den Manteltaschen. In ihrer Haltung drückte sich eine Untätigkeit hassende Spannung aus [...]«.

Dagnys Bruder James Taggart hingegen, der die ererbte Unternehmung leitet, ist hierzu im Gegensatz als ebenso dekadenter wie entscheidungsunfähiger Antitypus entworfen:.

»James Taggart [...] sah wie ein Mann um die Fünfzig aus, der, ohne je jung gewesen zu sein, vom Kind gleich zum alten Mann geworden war. Er hatte schmale, heruntergezogene Lippen und dünnes, auf einer Halbglatze klebendes Haar. Seine Haltung war schlaff und von einer jede Bewegung erfassenden Nachlässigkeit [...] Er wirkte wie ein dümmlicher Flegel. Seine Haut war blass und weich. Seine Augen farblos und verhangen [...]«

So werden die Gewerkschaften zu institutionalisiertem Parasitentum:.) zu bad guys (Schmarotzenden, Arglistigen etc.Die in ihrer bis in die Beschreibung physischer Merkmale hinein reichende klischeehafte Kontrastierung der Figuren liefert eine Polarisierung von good guys (Schaffenden, Leistungswilligen etc.), die nicht nur über die Länge des Romanes erhalten bleibt, sondern dessen Inhalt auch maßgeblich bestimmt.

»Wir sind fähig zu handeln; sie nicht. Darum werden wir schließlich siegen, ganz gleich, was sie uns antun.« .

Während dies auf die Heldin als sexuelles Stimulans wirkt, bleibt Hank auch hier der ratio verpflichtet, entlarvt seine Begierde als »seelenlosen, körperlichen Trieb« und lehnt sich »gegen den Gedanken auf, dass sein Fleisch frei wählen konnte und diese Wahl über seinen Willen triumphierte«.Auch wenn, durch die Heldin bestimmt, Rands Roman eine bis in die Gegenwart reichende ambivalente Rezeption innerhalb der amerikanischen Frauenbewegung evozierte, gerät die story doch zu einer klischeehaften Liebesgeschichte, wenn mit Hank Rearden ein weiterer bis zur selbstaufgabe seinem unternehmerischen Ziel verpflichteter Pionier eingeführt wird, der dann die selbstbewusste Dagny sogar zum Erröten zu bringen vermag.

Denn die ungebundene Tatkraft, die Unkonventionalität, der Kapitalismus ist letztlich gleichbedeutend mit der Freiheit. Die Skrupel eines Scrooge dürften unverständlich, wenn nicht abstoßend erscheinen auf der Folie Randschen Gedankengutes. Kritik am Kapitalismus erscheint im Roman als amoralische Tat.Die phrase »Wer ist John Galt?« durchzieht leitmotivisch den Roman und ist in den USA sprichwörtlich für Passivität und Mittelmäßigkeit. Außerhalb der USA wurde Rands Werk wie auch die objektivistische Philosophie, die es zu vermitteln sucht, kaum beachtet oder für die Verfechtung eines rücksichtslosen Libertarismus kritisiert.




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